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Können Hunde depressiven Menschen helfen?

Wie die Welt Online in ihrer Ausgabe vom 23.04.11 berichtet, will ein Psychiater beweisen, dass ein Hund Balsam für die Seele ist. Bei der Studie arbeitet ein Psychiater eng mit einer Hundetrainerin zusammen. Man macht es sich z. B. zu nutze, des der Hund in der Lage ist, „seinem“ Menschen einen Spiegel seines eigenen Befindens vorzuhalten. Der Mensch erkennt am Verhalten des Hundes seinen eigenen Gemütszustand.

Das Hunde eine positive Wirkung auf Menschen haben, vermutet man schon lange. Deshalb werden unsere vierbeinigen Freunde immer häufiger in der Seniorenbetreuung sowie in Kinder- und Jugendeinrichtungen eingesetzt. Offenbar helfen sie Stress abzubauen, Ängste zu mildern und tragen zur Stärkung des Selbstbewusstseins bei. Durch die Studie erhofft man sich, dass die Behandlungsdauer von Depressionen verkürzt werden kann und die Krankenkassen die Therapiekosten übernehmen.

Allerdings wird depressiven Menschen dringend davon abgeraten sich einen eigenen Hund zum Zwecke der Eigentherapierung anzuschaffen. Ein Hund ist nicht nur eine Bereicherung für das Leben, sondern auch eine Belastung. Denn durch die Anschaffung eines Hundes geht man viele Verpflichtungen dem Hund gegenüber ein. Denen kann in den meisten Fällen ein depressiver Mensch nicht gerecht werden. Vor allem, wenn die Therapie medikamentengestützt ist. Denn die Medikamente sorgen dafür, dass sich der Patient auf einer emotionalen „Null-Linie“ befindet. Er ist dann oft nicht mehr in der Lage, Emotionen zu zeigen. Hier kommt wieder der oben erwähnte „Spiegel der Seele“ ins Spiel. Ein Hund wird immer nur so temperamentvoll sein, wie sein Mensch, ist dem Herrchen „alles egal“, dann wird es auch dem Hund egal sein. So ein Hund würde einfach nur noch leiden. Denn eine Einhaltung von Regeln durch Disziplin würde vom Menschen nicht eingefordert werden. Das ist aber genau das, was ein Hund zum Leben in einem Rudel braucht. Und so wird man dann möglicherweise wieder eines Tages in der Zeitung lesen: Der 3jährige Labradorrüde Felix sucht auf Grund schlechter Haltung ein neues Zuhause.

Ja, ein Hund kann depressiven Menschen in einer tierunterstützten Therapie helfen, aber er allein kann niemals Depressionen heilen. Dazu ist und bleibt der Therapeut zuständig.

 
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